Harlinger vom 15.09. 2017 und 22.09.2017

Thema Juniorwahlen in Esens und Wiesmoor

In großen Lettern informierte der Anzeiger über die Juniorwahlen in der Karl- Gittermann- Realschule Esens

„300 Realschüler gehen an die Urne“

und in der KGS Wiesmoor

„600 KGS- Schüler gehen an die Urne“.

Die Ergebnisse fand man dann in einer Randnotiz am 26.09.2017 mit den kleinen Überschriften: „Mehrheit für Möller“ und „KGS hat gewählt“.

Warum nur?         

 

„Das Fach Politik steht bei uns ab dem Jahrgang sieben erstmals auf dem Stundenplan“ und „das Thema Wahlen, hier besonders die Bundestagswahl, wurde in den vergangenen Wochen und Tagen in den zwölf Klassen der Jahrgänge sieben bis zehn ausführlich behandelt“, so der Schulleiter Peter Sörensen in Esens.

Für die KGS- Wiesmoor war zu lesen: „Politische Bildung und Werbung für die Demokratie haben im Lehrplan der KGS schon seit längerem einen hohen Stellenwert“ und weiter „im Vorfeld hatten sich die Schüler im Politikunterricht über mehrere Wochen mit diesem politischen Prozess auseinander gesetzt“. „ Die Analyse von Wahlplakaten und das kritische Hinterfragen des Wahl- o- mats waren ebenso Themen wie die Bedeutung der speziellen Begrifflichkeiten“, so der Politiklehrer Erwin Theiner. Hier waren die Schüler von mehr als 30 Klassengemeinschaften und Kursen der Jahrgänge sieben bis zwölf und sogar die Viertklässler der Grundschule Wiesmoor- Mitte zur Wahl aufgerufen. Praktikumsschüler wählten per Briefwahl.

   

Und hier die Ergebnisse:

„Wahlberechtigt“ waren in Esens 296 und in Wiesmoor 647 Schüler.

Nach der wochenlangen Bildungsinitiative der beiden Schulen und der Wahlbeteiligung von 278 Schülern in Esens und 622 Schülern in Wiesmoor, wählten diese mit ihren Zweitstimmen in Esens zu 7,72 % und in Wiesmoor zu 6,59% die AfD. Damit unterscheiden sich die Ergebnisse nicht wesentlich von den Ergebnissen der „nicht vorbereiteten“, tatsächlich Wahlberechtigten in den Wahlbezirken an der hiesigen Nordseeküste. Analog zum realen Wahlergebnis der AfD, ist auch das Ergebnis bei den (noch) nicht wahlberechtigten Schülern erschreckend und schockierend. Das ist ein Warnsignal für die Zukunft.

Deshalb sollten sich die alle demokratischen Parteien Gedanken darüber machen, dass sie selbst die Ursache für das Erstarken von rechts sind. Entsprechende Einsichten der etablierten Politiker sind allerdings im Hinblick auf die anstehende Landtagswahl nicht zu erkennen. Von Selbstkritik oder gar Demut keine Spur. 

So droht am 15. Oktober das nächste Wahldebakel.