23. November 2017

Harlinger vom 21. November 2017

Stadt und Samtgemeinde in neuem Outfit

Außen hui, innen pfui! Nicht anders kann man urteilen, wenn man sich aufgrund der euphorischen Darstellung im Harlinger, die Erklärungen und die Inhalte der neuen Homepage der Stadt genau anschaut. Dass die „bisherigen Auftritte mehr als zehn Jahre alt und technisch nicht mehr zeitgemäß waren“, kann man unterschreiben. Wenn man jedoch weiß, dass die Stadt Esens bis Juni 2017 einen Vertrag mit der Fa. Experia Internet Solution aus Lohne hatte, fragt man sich, was da in den letzten zehn Jahren geschehen ist. Im Protokoll zur Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft-, Gewerbe-, und Fremdenverkehrsangelegenheiten am 20.11.2012 (!), also vor fünf Jahren, ist im Original zu lesen:

Fachbereichsleiter (FBL)Hilko Mannott erläutert, dass die Verwaltung eine Neugestaltung des Internetauftrittes plant. „Hierfür sind Gelder vorhanden“. FBL Mannott stellt den Internetauftritt vor, der von der Firma Experia gestaltet wurde. Neu ist auch das Logo und das moderne Design des Auftritts. Der Internetauftritt soll nun kurzfristig umgesetzt werden.

Wie sich die Überlegungen im Design innerhalb der letzten drei (!) Jahre auf die jetzt „scharf geschaltete“ und anscheinend ohne den noch existierenden Vertragspartner gestaltete Homepage darstellen, definiert der Stadtmanager als

zeitgemäß, frisch, fröhlich und benutzerfreundlich“.

Doch was ist mit dem Inhalt?

Wie zu lesen war, gingen die Macher der Ausgangsfrage nach:

“Wie würde der Besucher der Seiten vorgehen?“

Hier einige Beispiele, bei denen die Besucher davon ausgehen, dass sie aktuell und auf dem neuesten Stand sind. Doch weit gefehlt!

Der Besucher drückt auf Rubrik Willkommen und dann auf Zahlen und Daten.

Dort findet er Tabellen meist mit Daten bis 2015. Besonders zu erwähnen ist, dass die Stadt seit 2013 (!) keine Information darüber zu haben scheint, wieviel an Kurbeiträgen sie eingenommen hat.

In der Rubrik Verwaltung unter dem Punkt Baubetriebshof finden wir veraltete Informationen aus dem Jahr 2008, die heute gar nicht mehr zutreffen. Der BBH der Samtgemeinde ist schon lange kein Eigenbetrieb mehr.

Unter Politik und Jugendparlament ist es nicht gelungen, das Bild des aktuellen JUPA zu installieren. Unter Rubrik Leben wird das JUPA sogar unter Vereine geführt!?

Unter der gleichen Rubrik bei Jugend & Senioren wird von einem Seniorenamt gesprochen, das es gar nicht gibt. Aber es geht noch schlimmer.

 

Wer wissen will, was die Einkaufsstadt Esens zu bieten hat, klickt in der Rubrik Leben auf das Branchenverzeichnis und erhält eine Leiste mit dem ABC.

Jetzt sucht er:

B        wie Banken                         nur eine Bank in Esens ?

B        wie Baumärkte                    nur einen Baumarkt ?

B        wie Bilder                             nur einen Maler ?

B        wie Bekleidung                  nur zwei Geschäfte?

C        wie Computer                     Diese Firma gibt’s schon seit Jahren nicht mehr

D        wie Düfte                             Seifenbär? Sonst nirgends ?

E        wie Elektro                           nur eine Firma ?

F         wie Fisch- u. Fischwaren   nur eine Firma in B’siel ?

J          wie Juwelier                        Callisto? Sonst keiner?

K        wie Kosmetik                      Seifenbär? Sonst nirgends?

K        wie Kunst                            nur ein Künstler ?

L        wie Lieferservice                nur einer?

P        wie Post                               seit neun Jahren (!) nicht mehr an dieser Adresse, aber wo denn? 

R        wie Reisebüro                    nur zwei?

R        Restaurant ital.                   nur ein Imbiss? Sonst keins?

R        Restaurant regional           Fischbär? Sonst keins?

R        Restaurant griechisch        totale Fehlanzeige !!!???

S         wie Supermarkt                  nur Edeka? Sonst keiner?

T        wie Tankstellen                  totale Fehlanzeige!!!!????

Z        wie Zeitungen                    keine Kioske?

Wir meinen:

„Wer mit einer solchen Selbstdarstellung im Harlinger aufwartet und der Esenser Bevölkerung ein solches Ergebnis vorlegt, muss sich fragen lassen, wie er seine sonstige Arbeit innerhalb der Verwaltung ausführt. Von Qualität und erstrecht von Qualitätskontrolle kann in unserem Rathaus nicht die Rede sein, eine Blamage!“