10. August 2017

Zukunft von Esens entscheidet sich auf höherer Ebene

Die wichtigste Einnahmequelle der Stadt Esens ist fraglos der Tourismus, der zum größten Teil im Nordseeheilbad Bensersiel generiert wird. Damit der Tourismus auch zukünftig leben und überleben kann, müssen sich allerdings einige Dinge ändern. Besonders in den Köpfen derjenigen, die maßgeblich an der Organisation beteiligt sind, sollte sich langsam eine Änderung der Denkweise vollziehen. Die bisherigen Philosophien bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung, der Dorferneuerung, der Entlastungsstraße usw. erweisen sich als nicht mehr zeitgemäß. Das Problem des Klimawandels und dem damit verbundenen Anstieg des Meerwasserspiegels erfordern neue Denkweisen und Verhaltensweisen.

                                                                                 


Der nicht mehr zu ignorierende Meeresspiegelanstieg hat gravierende Auswirkungen auf Bensersiel. Prognostiziert werden Erhöhungen zwischen 26 und 82 cm, sogar bis 1,7m bis zum Jahr 2100., vielleicht mehr. Das ist bereits bei den Küstenschützern angekommen und überall werden die Deiche aktuell schon erhöht. In Bensersiel steht das bevor. Unser Küstenbadeort liegt nur ein Meter über NN und ist bisher vor Überflutung geschützt. Doch wie sieht das für die Zukunft aus? Studien gehen davon aus, dass der Anstieg des Meerwasserspiegels eine Erhöhung der Deiche um das 1,5 - 2 fache des Anstieges erhöht werden müssen. Der Niedersächsische Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geht grundsätzlich von einem Anstieg von 50 cm aus und plant so, dass eine zusätzliche Erhöhung der Deiche schnell möglich ist und Siel, Sperrwerke und Schutzmauern bis zu einem Meter nachrüstbar sind.

Was bedeutet das für Bensersiel? Es gibt zwei Möglichkeiten:

 1. Eine Erhöhung des bestehenden Deiches bedeutet gleichzeitig seine Verbreiterung. Das könnte sich erheblich auf die Landesstraße im Ort auswirken. Die gesamte Planung zur Dorferneuerung in diesem Bereich wäre hinfällig. In diesem Licht bekäme die Entlastungsstraße eine ganz neue Bedeutung und würde dann mehr zum Problem des Landes Niedersachsen; nicht nur bei der Sicherung, auch bei den Kosten und der Unterhaltung. Auch außerhalb des Deichs entstünden große Probleme. Hier müsste der Deich ebenfalls verbreitert werden, was den Campingplatz extrem gefährden würde. Hier würde schmerzlich festgestellt, dass es in der Vergangenheit nicht gelungen ist, einen Campingplatz hinter dem Deich zu errichten. Den Rest würden das steigende Wasser und die entsprechenden Sturmfluten erledigen. Nicht zu sprechen von den irrsinniger Weise in den Außenbereich gebauten fünf Sanitär-Gebäuden und dem Strandportal, die bereits bei heutigen Hochwasserlagen mehrmals unter Wasser standen.  

2. Ganz Bensersiel könnte so bleiben, wenn man einen neuen Deich seeseitig errichten würde, der den Schutz vor dem „Blanken Hans“ gewährleistet. Damit kämen die Strandhäuser, das Strandportal und der Campingplatz aus dem Gefahrenbereich. Allerdings gäbe es auch keine Sicht mehr auf das Meer hinaus. Wie das bei den Touristen ankommen würde, zeigt sich erst dann. Der neue Strand müsste dann neu konzipiert werden. Diese Variante wäre wohl die teuerste, aber auch die sicherste.

Egal welche Möglichkeit letztlich Platz greift, gefunden werden muss sie. Wir haben nicht mehr viel Zeit um die Zukunft von Esens sicher zu stellen.

Wer nich will dieken, mut wieken! (Spadelandrecht)